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Glossar

Weinwissen von A bis Z Was unterscheidet ein Barrique von einem Tonneau? Wie entsteht ein Orange Wine, und was verrät die Dosage über einen Sekt? In meinem Glossar erkläre ich die wichtigsten Fachbegriffe rund um Wein – verständlich, fundiert und ohne Fachchinesisch.

Ob Du neugierig auf Wein bist oder Du Wissen vertiefen möchtest: Mein Glossar hilft Dir, Weine besser zu verstehen und bewusster auszuwählen. Und wenn Du beim Lesen Lust auf einen bestimmten Stil bekommst, findest Du die passenden Weine direkt bei mir im Shop.

A

Ab-Hof-Preis

Bei Weinen zum Ab-Hof-Preis kann ich Euch auch die Preise anbieten, die Ihr vor Ort bei den Winzern für Eure Lieblingsweine zahlen würdet.

Abgang

Der Nachgeschmack, der nach dem Schlucken im Mund verbleibt. Ich schreibe auch gern von Nachhall, weil es weniger nach dem Ende des Lebens klingt.

Agraffe

Umgangssprachlich der Drahtkorb mit Plättchen, der den Sektkorken hält – korrekt heißt er Muselet.

Albariño

Frische, aromatische Weißweinsorte aus Nordwestspanien und Portugal, dort Alvarinho genannt.

Amphore

Tongefäß für Gärung oder Reifung – lässt Mikrooxidation zu.

Aroma

Die Duftnoten eines Weins wie Frucht, Blüten oder Gewürze – wahrgenommen über den Geruchssinn.

Assemblage

Das Zusammenstellen verschiedener Weine, Rebsorten oder Partien zu einem harmonischen Gesamtwein.

Autochthone Rebsorte

Heimische, traditionelle Rebsorte einer bestimmten Weinregion.

Auxerrois

Milde, cremige Weißweinsorte aus der Burgunderfamilie, verbreitet im Elsass, in Luxemburg und Südwestdeutschland.

B

Baga

Spät reifende rote Rebsorte aus Portugal, vor allem in der Bairrada – von leicht bis kraftvoll und langlebig.

Barbera

Alte rote Rebsorte aus dem Piemont mit lebendiger Säure, sanften Tanninen und Kirscharomen.

Barrique

Kleines Eichenfass von etwa 225 Litern für den Weinausbau.

Beton-Ei

Eiförmiger Betontank für schonende Weinreifung ohne Holzaroma.

Bio / Biowein

Wein aus zertifiziert ökologischem Anbau, erkennbar am EU-Bio-Logo und der Kontrollstellennummer.

Biodynamischer Weinbau

Ganzheitliche Anbaumethode ohne synthetische Mittel, nach Mondkalender.

Blanc de Blancs

Wein, meist Schaumwein, der ausschließlich aus weißen Trauben hergestellt wird.

Blaufränkisch

Würzige, langlebige Rotweinsorte aus Mitteleuropa, in Württemberg als Lemberger bekannt.

Bodega

Spanisch für Weinkeller oder Weingut, ursprünglich ein meist unterirdisches Lagergewölbe.

Bouquet

Das Gesamtaroma eines Weins – im engeren Sinn die Duftnoten, die erst mit der Reife entstehen.

Brut

Geschmacksangabe für trockenen Schaumwein mit weniger als 12 Gramm Zucker pro Liter.

Brut Nature

Schaumwein ohne Zuckerzugabe bei der Dosage – besonders trocken und puristisch.

C

Cabernet Franc

Würzige rote Rebsorte mit seidigen Tanninen, Elternteil von Cabernet Sauvignon und Merlot.

Chardonnay

Weltberühmte Weißweinsorte aus Burgund – von frisch-mineralisch bis cremig und vollmundig.

Cidre

Vergorener Apfelwein, meist prickelnd und leicht – ursprünglich aus Nordfrankreich.

Cuvée

Wein aus mehreren Rebsorten, Lagen oder Jahrgängen – in der Champagne auch der erste, beste Pressmost.

D

Dégorgement

Entfernen des Hefedepots aus der Sektflasche nach Reifung.

Depot

Harmlose Ablagerungen in der Flasche, etwa aus Farb- und Gerbstoffen, Weinstein oder Hefe.

Dosage

Zuckerzugabe nach dem Dégorgement zur Festlegung der Süße.

E

Einzellage

Benannte, abgegrenzte Weinbergslage mit eigenem Terroir.

Eiswein

Edelsüßer Wein aus Trauben, die bei mindestens minus 7 Grad gefroren gelesen und gepresst werden.

Elbling

Uralte, säurebetonte Weißweinsorte, heute vor allem an der Obermosel – ideal für Sekt.

Extrakt

Alle gelösten, nicht flüchtigen Stoffe im Wein wie Zucker, Säuren, Mineralstoffe und Phenole.

F

Federweißer

Junger, noch gärender Most – trüb, süß und prickelnd, ein Herbstklassiker zu Zwiebelkuchen.

Feinherb

Nicht gesetzlich geregelte Angabe für Weine mit dezenter Restsüße, zwischen trocken und lieblich.

Filtration

Mechanische Klärung des Weins, bei der Hefen und Trübstoffe vor der Abfüllung entfernt werden.

Flaschengärung

Zweite Gärung des Sekts direkt in der verkorkten Flasche.

Furmint

Ungarische Weißweinsorte mit kräftiger Säure – Hauptrebsorte des Tokajers, süß wie trocken.

G

Garnacha

Vielseitige, fruchtige Rotweinsorte aus Spanien, in Frankreich Grenache, auf Sardinien Cannonau genannt.

Gärung

Umwandlung von Zucker in Alkohol und Kohlendioxid durch Hefen – so wird aus Traubenmost Wein.

Geisenheim

Weltbekannte Hochschule für Weinbau und Önologie im Rheingau, gegründet 1872.

Gemischter Satz

Wein aus mehreren Rebsorten, die im selben Weinberg wachsen und gemeinsam gelesen und gekeltert werden.

Grenache

Französischer Name der Rebsorte Garnacha, Hauptsorte an der südlichen Rhône.

Grüner Veltliner

Österreichs wichtigste Weißweinsorte – frisch, würzig und mit dem typischen „Pfefferl“.

Gutswein

Der Einstieg und die Visitenkarte eines Weinguts. Beim VDP als VDP.Gutswein bezeichnet.

H

Handlese

Weinlese von Hand, bei der die Trauben schon im Weinberg sorgfältig ausgewählt werden.

Handwerklich / Artisan Wines

Wein von kleinen Erzeugern mit viel Handarbeit und eigener Handschrift – abseits der Massenware.

Hefe

Einzellige Pilze, die bei der Gärung Zucker in Alkohol und Kohlendioxid umwandeln.

J

Jahrgang

Das Jahr, in dem die Trauben für einen Wein geerntet wurden.

Juhfark

Seltene ungarische Weißweinsorte vom Vulkanberg Somló – säurebetont, mineralisch und rauchig.

K

Korkschmecker

Weinfehler durch den Stoff TCA, meist aus dem Korken – riecht nach nassem Karton oder Keller.

L

Lage

Ein bestimmter Weinberg mit eigenem Boden, Klima und Ausrichtung, der den Charakter des Weins prägt.

Lagrein

Farbkräftige, würzige Rotweinsorte aus Südtirol, auch als Rosé (Kretzer) beliebt.

Low Intervention / Minimal Intervention

Weinbereitung mit möglichst wenig Eingriffen in Weinberg und Keller, um die Herkunft unverfälscht zu zeigen.

M

Maischegärung

Gärung des Mosts zusammen mit den Traubenschalen.

Maischestandzeit

Kontaktzeit von Most und Traubenschalen vor dem Pressen.

Merlot

Samtige, fruchtige Rotweinsorte aus Bordeaux – weich, zugänglich und ideal im Verschnitt.

Mineralität

Geschmackseindruck, der an Stein, Kreide oder Salz erinnert – beliebt, aber wissenschaftlich umstritten.

N

Nachhall

Anderes Wort für Abgang – der Geschmack, der nach dem Schluck im Mund bleibt.

Naturwein

Wein mit minimalen Eingriffen – spontan vergoren, meist unfiltriert und mit wenig oder ohne Schwefel.

Nebbiolo

Legendäre Rotweinsorte aus dem Piemont, Basis von Barolo und Barbaresco – tanninreich und langlebig.

O

Oechsle

Maßeinheit für das Mostgewicht, also den Zuckergehalt der Trauben – Grundlage der deutschen Prädikate.

Orange Wine

Weißwein mit Schalenkontakt, dadurch kräftiger und gerbstoffreich.

Ortswein

Wein aus Lagen einer Gemeinde – die mittlere Stufe der Herkunftspyramide in Deutschland und Österreich.

Oxidiert

Wein, der durch zu viel Sauerstoff flach, bräunlich oder sherryartig wirkt – mal Fehler, mal Stil.

P

Parzelle

Kleines, abgegrenztes Stück Rebfläche – oft mit einheitlicher Rebsorte, Ausrichtung und Bodenart.

Pét-Nat

Naturtrüber Schaumwein aus unterbrochener, flaschenabschließender Erstgärung.

Phylloxera

Reblaus aus Nordamerika, die im 19. Jahrhundert große Teile der europäischen Weinberge zerstörte.

Pied de Cuve

Vorvergorener Starter-Most zur Einleitung der Hauptgärung.

Pinot Noir

Edle Rotweinsorte aus dem Burgund, in Deutschland Spätburgunder – elegant, seidig und terroirsensibel.

PiWi-Rebsorte

Pilzresistente Rebsorte, die weniger Pflanzenschutzmittel benötigt.

Portwein

Gespriteter Süßwein aus dem portugiesischen Douro-Tal, meist rot, mit 19 bis 22 Prozent Alkohol.

Prädikatswein

Höchste deutsche Qualitätsweinstufe, eingeteilt nach Traubenreife – von Kabinett bis Trockenbeerenauslese.

Q

QbA

Geprüfter Wein oder Sekt aus einem der 13 deutschen Anbaugebiete – eine Stufe unter dem Prädikatswein.

R

Rebeln

Das Trennen der Beeren von den Stielen der Traube, auch Abbeeren oder Entrappen genannt.

Riesling

Deutschlands wichtigste Weißweinsorte – rassig, langlebig und ein klares Abbild seines Terroirs.

Rotling

Rosafarbener Wein aus gemeinsam gepressten roten und weißen Trauben.

S

Säure

Wichtiger Geschmacksbestandteil des Weins, der für Frische, Struktur und Lagerfähigkeit sorgt.

Secco

Leicht perlender Wein mit weniger Kohlensäuredruck als Sekt – frisch und unkompliziert.

Silvaner

Dezente, terroirbetonte Weißweinsorte, vor allem aus Franken – ein toller Essensbegleiter.

Spätlese

Prädikat für Weine aus später und vollreif gelesenen Trauben – trocken oder mit Restsüße.

Spontanvergärung

Gärung allein mit wilden, natürlichen Hefen statt Zuchthefen.

T

Tannin

Gerbstoffe aus Schalen, Kernen und Holz, die den Mund leicht austrocknen und Rotweinen Struktur geben.

Tempranillo

Spaniens wichtigste Rotweinsorte, Hauptsorte in Rioja und Ribera del Duero – fruchtig, würzig, langlebig.

Terroir

Zusammenspiel von Boden, Klima, Lage und Mensch, das den Herkunftscharakter eines Weins prägt.

Tonneau

Größeres Eichenfass von rund 500 Litern für milden Ausbau.

Trocken

Geschmacksangabe für Wein mit höchstens 4 g/l Restzucker, bei ausreichend Säure bis 9 g/l.

U

Unfiltriert

Wein, der nicht filtriert wurde – oft mit mehr Textur, manchmal leicht trüb.

Ungeschönt

Wein, bei dem auf Schönungsmittel wie Bentonit, Gelatine oder Eiweiß verzichtet wurde.

V

VDP

Verband von rund 200 deutschen Spitzenweingütern, erkennbar am Traubenadler auf der Flasche.

VDP.Ortswein

VDP-Qualitätsstufe für Weine aus den guten Lagen einer Gemeinde.

Vinifikation

Der gesamte Prozess der Weinbereitung – von der Traube bis zur fertig abgefüllten Flasche.

W

Weingut / Domaine / Estate

Betrieb, der Trauben aus eigenen Weinbergen anbaut und daraus selbst Wein erzeugt.

Welschriesling

Frische, säurebetonte Weißweinsorte aus dem Donauraum – trotz des Namens nicht mit Riesling verwandt.

Z

Zenit

Seltene ungarische Weißweinsorte aus den 1950er-Jahren – frisch, mit Apfel- und Zitrusaromen.

Züchter

Fachleute, die durch Kreuzung und Auslese neue Rebsorten entwickeln – etwa Hermann Müller-Thurgau.