Federweißer
Junger, noch gärender Most – trüb, süß und prickelnd, ein Herbstklassiker zu Zwiebelkuchen.
Federweißer ist ein junger, noch gärender Traubenmost, der trüb, süß und leicht prickelnd ist. Er entsteht, wenn frisch gepresster Most zu gären beginnt. Die Hefen verwandeln den Zucker nach und nach in Alkohol und Kohlensäure, wodurch der typische Prickel entsteht. Seinen Namen verdankt er den Hefezellen, die im Glas wie kleine Federn umherwirbeln. Je nach Region heißt er auch Neuer Wein, Bitzler, Rauscher oder Suser, in Österreich Sturm und in der Schweiz Sauser. Wird er aus roten Trauben hergestellt, spricht man von Federrotem oder Rotem Rauscher.
Da die Gärung ständig weiterläuft, verändert sich Federweißer von Tag zu Tag: Anfangs schmeckt er süß und saftig mit wenig Alkohol, später wird er herber und der Alkoholgehalt steigt. Die Flaschen sind deshalb nur locker verschlossen, damit die Kohlensäure entweichen kann. Sie sollten immer aufrecht transportiert und kühl gelagert werden. Federweißer gibt es nur für wenige Wochen im Spätsommer und Herbst, oft aus früh reifenden Sorten wie Ortega, Solaris oder Müller-Thurgau. Klassischer Begleiter ist ein herzhafter Zwiebelkuchen. Ein kleiner Hinweis: Da er süß und spritzig ist, wird sein Alkoholgehalt leicht unterschätzt.