Depot
Harmlose Ablagerungen in der Flasche, etwa aus Farb- und Gerbstoffen, Weinstein oder Hefe.
Als Depot oder Sediment bezeichnet man Ablagerungen, die sich in der Weinflasche bilden und meist am Boden oder an der Flaschenwand sichtbar werden. Bei gereiften Rotweinen entsteht es vor allem aus Farbstoffen und Tanninen. Im Laufe der Jahre verbinden sich diese Stoffe zu größeren Teilchen, die schließlich zu schwer werden und sich absetzen. Ein Depot ist deshalb oft ein Zeichen dafür, dass ein Wein lange gereift ist, etwa bei Vintage-Portwein oder alten Bordeaux. Auch bei Weißweinen kann sich ein Bodensatz bilden, hier meist in Form von feinen Weinsteinkristallen. Unfiltrierte Weine, Naturweine und Pét-Nats enthalten zudem häufig noch Hefe, die sich als trüber Schleier am Flaschenboden sammelt.
Ein Depot ist völlig harmlos und kein Qualitätsmangel, eher im Gegenteil. Im Glas kann es aber stören, weil es leicht bitter schmeckt und sich sandig anfühlt. Am besten stellt man die Flasche deshalb einige Stunden oder einen Tag vor dem Öffnen aufrecht hin, damit sich das Depot am Boden sammelt. Anschließend gießt man den Wein langsam und gleichmäßig in eine Karaffe und hört auf, sobald das Depot den Flaschenhals erreicht. Eine Lichtquelle hinter dem Flaschenhals hilft dabei. Dieses Umfüllen nennt man Dekantieren. Bei Pét-Nats oder naturtrüben Weinen kann man das Depot dagegen auch bewusst aufschwenken und mitgenießen. Bei Crusted Port ist es sogar erwünscht und haptisch feiner – manche bereiten mit der "Crust" auch Eierspeisen zu.