Züchter
Fachleute, die durch Kreuzung und Auslese neue Rebsorten entwickeln – etwa Hermann Müller-Thurgau.
Rebzüchter sind Fachleute, die durch gezielte Kreuzung und Auslese neue Rebsorten entwickeln oder bestehende verbessern. Dabei werden zwei Elternsorten miteinander gekreuzt, um ihre besten Eigenschaften in einer neuen Sorte zu vereinen. Aus Tausenden Sämlingen werden über viele Jahre die vielversprechendsten ausgewählt und geprüft. Bis eine neue Rebsorte offiziell zugelassen ist, vergehen oft 20 bis 30 Jahre. Neben der Neuzüchtung gehört auch die Klonselektion zur Arbeit von Züchtern: Dabei werden innerhalb einer bestehenden Sorte besonders gesunde und hochwertige Rebstöcke ausgewählt und vermehrt.
Die Ziele der Rebzüchtung haben sich im Laufe der Zeit verändert. Früher standen vor allem frühe Reife, sichere Erträge und hohe Mostgewichte im Vordergrund. Heute geht es zunehmend um Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten und um Anpassung an den Klimawandel. Daraus sind die PiWi-Rebsorten hervorgegangen.
Einer der bekanntesten Rebzüchter ist der Schweizer Hermann Müller aus dem Kanton Thurgau. 1882 kreuzte er an der Forschungsanstalt in Geisenheim die Rebsorte, die später nach ihm Müller-Thurgau benannt wurde. Lange hielt man sie für eine Kreuzung aus Riesling und Silvaner, DNA-Analysen zeigten jedoch Riesling und Madeleine Royale als Eltern. Weitere bekannte Züchter sind Georg Scheu, der 1916 in Alzey die Scheurebe züchtete, und August Herold, auf den der Dornfelder zurückgeht. Zu den Pionieren der PiWi-Züchtung zählen unter anderem Norbert Becker in Freiburg, der Vater des Solaris, und der Schweizer Valentin Blattner, der etwa den Cabernet Blanc entwickelte. In Südtirol hat sich Rudolf Niedermayr einen Namen gemacht.