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Prädikatswein

Höchste deutsche Qualitätsweinstufe, eingeteilt nach Traubenreife – von Kabinett bis Trockenbeerenauslese.

Prädikatswein ist die höchste Qualitätsweinstufe im deutschen Weinrecht. Entscheidend für die Einstufung ist die Reife der Trauben bei der Lese, gemessen am Mostgewicht in Grad Oechsle. Je reifer und zuckerreicher die Trauben, desto höher das Prädikat. Für Prädikatsweine gelten strenge Regeln: Die Trauben müssen aus einem einzigen Bereich stammen und eine Anreicherung mit Zucker vor der Gärung ist verboten. Jeder Wein muss zudem eine amtliche Qualitätsprüfung bestehen. Die genauen Mindest-Mostgewichte unterscheiden sich je nach Anbaugebiet und Rebsorte.

Die sechs Prädikate im Überblick:

  • Kabinett: leichte, feine Weine aus reifen Trauben, oft mit moderatem Alkohol

  • Spätlese: aus später und in vollreifem Zustand gelesenen Trauben, kraftvoller und dichter

  • Auslese: aus sorgfältig ausgelesenen, sehr reifen Trauben, oft mit Edelfäule

  • Beerenauslese: aus einzeln ausgelesenen, überreifen oder edelfaulen Beeren, edelsüß

  • Eiswein: aus gefroren gelesenen und gepressten Trauben, mindestens mit dem Mostgewicht einer Beerenauslese

  • Trockenbeerenauslese: aus eingeschrumpften, rosinenartigen edelfaulen Beeren, die seltenste und konzentrierteste Stufe

Wichtig: Ein Prädikat sagt etwas über die Reife der Trauben aus, nicht zwingend über die Süße des fertigen Weins. Kabinett und Spätlese gibt es auch trocken. Ab der Beerenauslese sind die Weine dagegen praktisch immer edelsüß. Viele Spitzenweingüter, etwa im VDP, verwenden die Prädikate heute nur noch für Weine mit Restsüße und kennzeichnen ihre trockenen Weine über die Herkunft. Auch in Österreich gibt es Prädikatsweine, dort ergänzt um eigene Stufen wie Strohwein und Ausbruch.