Terroir
Zusammenspiel von Boden, Klima, Lage und Mensch, das den Herkunftscharakter eines Weins prägt.
Terroir bezeichnet das Zusammenspiel aller natürlichen und menschlichen Faktoren, die den Charakter eines Weins prägen. Das französische Wort leitet sich von „terre“ für Erde ab, lässt sich aber kaum treffend ins Deutsche übersetzen. Es meint weit mehr als nur den Boden, nämlich die gesamte Herkunft eines Weins.
Zum Terroir gehören vier große Bereiche. Der Boden bestimmt etwa, wie viel Wasser und Wärme gespeichert werden und wie tief die Rebe wurzeln muss. Schiefer, Kalk, Löss, Granit oder Vulkangestein bringen dabei ganz unterschiedliche Weine hervor. Das Klima reicht vom großräumigen Wetter einer Region bis zum Mikroklima eines einzelnen Weinbergs, geprägt von Sonne, Regen, Temperaturschwankungen und Wind. Die Lage umfasst Ausrichtung, Hangneigung und Höhe sowie Einflüsse wie einen nahen Fluss oder schützende Wälder. Und schließlich gehört auch der Mensch dazu: die Wahl der passenden Rebsorte, über Generationen gewachsene Traditionen und die Arbeit im Weinberg und im Keller.
Ein Wein mit ausgeprägtem Terroir schmeckt unverwechselbar nach seinem Herkunftsort. Besonders gut zeigt sich das bei Rebsorten wie Riesling oder Pinot Noir, die Unterschiede zwischen einzelnen Lagen sehr fein abbilden. Als Vorbild für das Terroir-Denken gilt das Burgund, wo die Weinberge seit Jahrhunderten in kleinste Parzellen, die sogenannten Climats, eingeteilt werden. Auch die Herkunftspyramiden in Deutschland und Österreich folgen diesem Gedanken: Je enger die Herkunft gefasst ist, desto höher die Qualitätsstufe. Damit das Terroir im Wein deutlich wird, braucht es meist niedrige Erträge und einen behutsamen Ausbau, der die Herkunft nicht mit zu viel Holz oder Technik überdeckt.