PiWi-Rebsorte
Pilzresistente Rebsorte, die weniger Pflanzenschutzmittel benötigt.
PiWi ist die Abkürzung für „pilzwiderstandsfähig“. Dabei handelt es sich um Rebsorten, die durch bewusste Kreuzung eine deutlich geringere Anfälligkeit für Pilzkrankheiten wie den Echten und den Falschen Mehltau aufweisen. Um dies zu erreichen, wurden amerikanische oder asiatische Wildreben, die über natürliche Resistenzen verfügen, mit klassischen europäischen Edelreben gekreuzt. In vielen weiteren Kreuzungsschritten wurde der Anteil der Edelrebe erneut erhöht, um sicherzustellen, dass die Weine geschmacklich überzeugen. Das ist klassische Züchtung, nicht Gentechnik. Aufgrund ihrer Robustheit brauchen PiWi-Reben deutlich weniger Pflanzenschutz, oft im Vergleich je nach Jahrgang und Sorte um bis zu 80 Prozent weniger. Das ist schonend für Boden und Artenvielfalt, reduziert die Anzahl der Traktorfahrten und senkt somit auch den CO₂-Ausstoß. Weiße PiWi-Sorten, die man kennt, sind Solaris, Johanniter, Souvignier Gris, Muscaris und Cabernet Blanc.
Rudolf Niedermayr vom Hof Gandberg in Eppan wird als einer der Pioniere der PiWi-Rebsorten in Südtirol und Italien angesehen. Sein ökologisches Engagement zeigte sich bereits in den 1990er-Jahren, als er auf pilzwiderstandsfähige Sorten und den biologischen Anbau setzte; zudem selektierte er eigene Zuchtsorten. Heute führt sein Sohn Thomas Niedermayr das Weingut und arbeitet mittlerweile ausschließlich mit PiWi-Rebsorten. Einer der bekanntesten Weine des Hauses sind der reinsortige Bronner, Solaris und Souvignier Gris.
In Anbetracht des Klimawandels und der wachsenden Anforderungen an Nachhaltigkeit sind PiWi-Weine besonders im ökologischen Weinbau immer gefragter.