Elbling
Uralte, säurebetonte Weißweinsorte, heute vor allem an der Obermosel – ideal für Sekt.
Elbling ist eine der ältesten weißen Rebsorten Mitteleuropas. Vermutlich wurde er schon zu Römerzeiten an der Mosel angebaut, urkundlich erwähnt wird er erstmals im Jahr 1483. Über 125 Synonyme wie Kleinberger, Grobriesling oder Rheinalben bezeugen sein hohes Alter und seine einst weite Verbreitung. Im Mittelalter war Elbling die häufigste Rebsorte in Deutschland, und noch um 1800 stand er auf etwa drei Vierteln der Rebfläche. Erst später wurde er von Riesling und Silvaner verdrängt. Zur Abstammung deuten DNA-Analysen auf eine Kreuzung mit Beteiligung von Heunisch (Gouais Blanc) hin. Ältere Thesen nennen zudem Wildrebe und Traminer als mögliche Vorfahren.
Die früh reifende Rebe ist anfällig für Mehltau und Botrytis, liefert aber frische, säurebetonte Weißweine. Diese sind leicht, unkompliziert und eignen sich hervorragend für die Schaumweinherstellung. Heute steht Elbling in Deutschland auf rund 489 Hektar, fast ausschließlich an der Mosel. Der Schwerpunkt liegt an der Obermosel mit ihren Kalkböden. Weitere Flächen finden sich in Luxemburg, der Schweiz und den USA, aber auch in Sachsen beim Weingut Schuh.
Der Name hat übrigens nichts mit dem Fluss Elbe zu tun, sondern leitet sich vom lateinischen „albus“ für „weiß“ ab, auch wenn Matthias Schuh einen ganz korrekten Elbling an der Elbe macht.