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Knewitz Björn, Corina & Tobias

Knewitz

Knewitz Weinberg bei Appenheim
Knewitz Tobias & Björn im Keller
Knewitz Tobias & Björn im Weingarten
Herkunftsland Deutschland
Region Rheinhessen | Bingen
Anbaumethode Handarbeit im Weinberg | keine synthetischen Dünger, Fungizide, Herbizide & Pestizide
Kellerarbeit keine Enzyme & Reinzuchthefen | langes Hefelager | keine Anreicherung | eleganter Holzeinsatz und Nutzung der besten Küfer aus Frankreich & Deutschland
Rebfläche 25 Hektar
Besonderheiten Top-Lagen im Hundertgulden, Steinacker, Eselspfad, Goldberg, Honigberg & St. Laurenzikapelle | alte Reben | langes Reifepotential
Ansicht als

VDP.Weingut Knewitz aus Appenheim – Top-Riesling, Chardonnay & Spätburgunder vom Kalk


VDP.Weingut Knewitz aus Appenheim

Im nördlichen Rheinhessen, in Appenheim im Welzbachtal, keltert das VDP.Weingut Knewitz Riesling, Chardonnay und Spätburgunder vom Kalk. Tobias Knewitz, Jahrgang 1991, hat damit schon früh für Aufsehen gesorgt. Er war der jüngste Winzer, den der Gault&Millau mit einer Traube ausgezeichnet hat, die Vinum kürte einen seiner Burgunder zum besten Deutschlands, und die großen Weine liegen regelmäßig im Bereich von 90 Punkten. Seit 2021 ist das Gut Mitglied im VDP.

Dabei geht Tobias keinen neuen Weg, sondern den seiner Familie, gemeinsam mit seiner Partnerin Corina und seinem Bruder Björn. Schon im 19. Jahrhundert baute die Familie Knewitz Wein an. Die Großeltern legten mit dem Rheinblickhof in Appenheim den Grundstein des heutigen Betriebs. Vater Gerold weitete ihn aus. In den 1970er Jahren wurden die Trauben aus den besten Lagen des nordwestlichen Rheinhessens nicht mehr nur verkauft, sondern auf dem Gut gefüllt. Der Gedanke, Wein nach Lage zu denken, stammt von ihm. Nach dem Studium an der Hochschule Geisenheim übernahm Tobias 2009 die Verantwortung und arbeitet seither auf beste Qualitäten bei zurückhaltendem Anbau. Das Gut stellt auf ökologischen Weinbau um und ist mit Fair Choice zertifiziert.

Lagen im Welzbachtal

Das Tal liegt zwischen Bingen und Ingelheim. Die Bäche Weth und Welz haben es geformt, der Westerberg trägt die wichtigsten Weinberge. Geografisch liegen sie nah beieinander, geschmacklich nicht. Unten im Gestein stecken Kalkstein, Kreide, Kalklehm, Eisenerz und Tonmergel, das Erbe tertiärer Korallenriffe. Tobias nennt Knewitz deshalb gern ein Weingut am Meer.

Drei Weinberge sind VDP.GROSSE LAGE.

Der Appenheimer Hundertgulden ist die wichtigste Lage des Guts und wurde 1148 als Schenkung an das Kloster Disibodenberg erwähnt. Seinen Namen trägt er seit dem 14. Jahrhundert, als er mehrfach für eine hohe Summe rheinischer Gulden den Besitzer wechselte. Es ist eine Steillage mit sehr hohem Kalkanteil, etwa 43 Prozent reiner Kalkstein. Der Riesling von hier ist trocken, druckvoll und puristisch, mit Steinobst, nassem Stein und kräutriger Würze.

Der Nieder-Hilbersheimer Honigberg verbindet am Westerberg den Hundertgulden und den Goldberg im Norden mit dem Steinacker im Süden. Ein nach Südwesten geöffnetes Amphitheater, 190 bis 240 Meter hoch, mit 30 bis 50 Prozent Steigung. Unten liegt rund 40 Millionen Jahre alter Kalkstein mit Ton und Kreide, oben jüngerer Eisenstein. Der untere Teil reift langsamer, der obere wird deutlich wärmer. Auf 1,61 Hektar wächst Riesling, spontan vergoren und im traditionellen Holzfass ausgebaut. Einzelne Parzellen im Honigberg und im Steinacker stehen schon seit dem 18. Jahrhundert im Besitz der Familie.

Der Nieder-Hilbersheimer Steinacker zieht sich um den Ort. Die Parzellen des Guts liegen am Nordhang, knapp 245 Meter hoch, geschützt am Waldrand. Es sind die kühlsten und kargsten Stücke. Hier entstehen druckvolle, würzige Weine aus Riesling, Weißburgunder und Chardonnay. Der Chardonnay Réserve aus diesem Weinberg ist das deutlichste Beispiel für den Burgunder des Hauses: rauchige Spannung und ein Holzeinsatz, der die Herkunft nicht übertönt.

Drei weitere Weinberge sind VDP.ERSTE LAGE.

Der Gau-Algesheimer Goldberg ist der direkte Nachbar des Hundertgulden, gehört aber schon zum Nachbarort. Die Flächen im Kernstück sind die wärmsten des Guts, nach Süd-Südwest geneigt, auf kalkigem, mergeligem Boden mit Lehm und Ton. Die ältesten Rieslingreben stehen hier seit Ende der 1970er Jahre. Neben dem Riesling wächst etwas Chardonnay. Die Weine werden goldener und gelbfleischiger, bleiben aber mineralisch.

Die St. Laurenzikapelle liegt in Gau-Algesheim unterhalb der barocken Laurenzikirche, südlich auf etwa 200 Metern. Benannt ist sie nach der Kapelle aus dem 7. Jahrhundert.

Der Appenheimer Eselspfad ist die Erste Lage im Ort selbst. Wie die anderen Weinberge des Tals steht er auf dem Kalk der alten Riffe und ist vor allem mit Riesling bestockt.

Darunter fächert das Gut die Herkunft weiter auf: Gutsweine, dann die Ortsweine aus Appenheim und Nieder-Hilbersheim, darüber die Ersten und die Großen Lagen.

Rebsorten

Die Aufmerksamkeit gilt zuerst den Lagen und dem Riesling. Was dann noch bleibt, gehört dem Chardonnay und dem Spätburgunder. Auf 25 Hektar stehen 55 Prozent Riesling, 20 Prozent Chardonnay, 15 Prozent Weißburgunder und 10 Prozent Spätburgunder und Silvaner. Dazu kommen etwas Sauvignon Blanc und ein Rosé.

Der Riesling ist die Sorte, an der Knewitz die Herkunft misst. Keine andere Traube bildet Boden, Klima, Ausrichtung und Jahrgang so genau ab, und keine andere lässt sich so verschieden ausbauen und so lange reifen. Die Idee des Guts vom Riesling ist zeitlos: Er entsteht im Weinberg und bekommt im traditionellen Holzfass vor allem Zeit. Die Weine sind feingliedrig, kühl und puristisch, mit Salzigkeit, Druck am Gaumen, einem feinen Säureschwert und der würzigen Art, die man hier als Knewitz-Würze kennt.

Der Chardonnay steht in den kargen, kalkigen Parzellen, vor allem im Steinacker und mit einem kleineren Anteil im Goldberg. Er wird handwerklich ausgebaut und soll dieselbe Herkunft zeigen wie der Riesling, nicht ein Holzrezept aus dem Burgund. Der Spätburgunder folgt demselben Gedanken: straff, eher kühl als kraftmeierisch, vom Kalk geprägt. Weißburgunder und Silvaner, letzterer auch als Grüner Silvaner, tragen die leichteren Gutsweine. Die Cuvée Weth & Welz aus Weißburgunder und Chardonnay ist nach den beiden Bächen des Tals benannt.

Keller

Im Keller zählen für Tobias Knewitz zwei Dinge: Zeit und genaues Holz. Die Fässer kommen von Küfern aus Frankreich und Deutschland, schon die Basisweine sehen zum Teil Holz. Vergoren wird ausnahmslos spontan mit den eigenen Hefen. Enzyme, Reinzuchthefen und andere petrochemische Hilfen sucht man hier vergeblich. Was entsteht, sind finessenreiche Weine mit langem Reifepotential. Sie zeigen Appenheim, nicht ein Rezept.

Bilder:
© Flaschenbilder: Weinkombinat Hugel - Jens Hugel
© Bilder vom Weingut: Weingut Knewitz, Peter Bender