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Immich-Batterieberg Gernot im Keller

Immich-Batterieberg

Immich-Batterieberg Gernot im Batterieberg
Immich-Batterieberg Reben
Immich-Batterieberg Moselblick

Immich-Batterieberg – Spitzenriesling aus Enkirch vom Mastermind Gernot Kollmann

Für den Neuanfang mit dem Jahrgang 2009 holte sich das Mosel-Weingut Immich-Batterieberg mit Gernot Kollmann einen Betriebsleiter und Kellermeister der Extraklasse ins Boot. Sein Geschick im Weinbergs-Management in Verbindung mit den erstklassigen Steillagen in Mosel-Nähe haben maßgeblich dazu beigetragen, dass … Mehr über das Weingut ↓

Herkunftsland Deutschland
Region Mosel | Enkirch
Anbaumethode Handarbeit im Weinberg | keine synthetischen Dünger, Fungizide, Herbizide & Pestizide
Kellerarbeit keine Enzyme & Reinzuchthefen | langes Hefelager | keine Anreicherung | ab Ortsweinen Ausbau im Holzfass
Rebfläche 14 Hektar
Besonderheiten 100 % Steillage | teilweise wurzelechte alte Reben | langes Reifepotential
Ansicht als

Für den Neuanfang mit dem Jahrgang 2009 holte sich das Mosel-Weingut Immich-Batterieberg mit Gernot Kollmann einen Betriebsleiter und Kellermeister der Extraklasse ins Boot. Sein Geschick im Weinbergs-Management in Verbindung mit den erstklassigen Steillagen in Mosel-Nähe haben maßgeblich dazu beigetragen, dass Immich-Batterieberg als eines der ältesten Weingüter der Mosel wieder den wohlverdienten Platz in der Mitte der regionalen Top-Erzeuger einnimmt und internationale Beachtung findet.

Steile Moselweinlage Zollturm
Steile Moselweinlage Zollturm

Die Historie des Weinguts ist lang. Im Tiefkeller findet sich eine tragende Basaltsäule, die wohl aus einem nahe gelegenen römischen Gutshof stammt, doch die erste gesicherte Erwähnung stammt aus der karolingischen Zeit im 10. Jahrhundert. Im 12. Jahrhundert wird das Weingut als Lehen an die Fürsten von Esch vergeben, nach denen noch immer der Ortswein als Selektion aus den besten Lagen Enkirchs Escheburg genannt wird. Zwischen dem 15. und dem späten 20. Jahrhundert waren es die umtriebigen Immichs, welche die Geschicke des Weinguts lenkten. Nennenswert ist hier vor allem, dass die Familie Immich zwischen 1841 und 1845 mittels Sprengbatterien den Batterieberg umformte. Die weingutseigene Monopollage gehört neben anderen Spitzenlagen, wie Ellergrub, Steffensberg und Zeppwingert, zu den namhaftesten Lagen der Mosel.

Erstmals urkundlich erwähnt wird der noch heute erhaltene mittlere Teil der Gutsanlage im Jahr 908 n. Chr. in einer Urkunde des letzten ostfränkischen Karolingerkönigs Ludwig IV., die die Übergabe des Gutes an die Kirche bestätigt. Die Basis des Gebäudes stammt nach archäologischer Einschätzung wohl sogar aus der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts. Im 16. Jahrhundert kam als rechter Flügel das Franzenhaus hinzu, Anfang des 20. Jahrhunderts schließlich das Herrenhaus im reich verzierten moselfränkischen Stil, das heute den linken Flügel der Anlage bildet. Mit einer Weinbaugeschichte von 1425 bis 1989 zählt die Familie Immich zu den ältesten Winzerfamilien der Mosel.

Weingut C. Aug. Immich Batterieberg in Enkirch
Weingut C. Aug. Immich Batterieberg in Enkirch

Batterieberg, Ellergrub, Zeppwingert und Steffensberg – die Enkircher Steillagen

Immich-Batterieberg bewirtschaftet vier Weinberge in extremen Steillagen, die in der preußischen Lagenklassifizierung von 1868 (auf Grundlage von Napoleons „Classification des Vines“ von 1804) parzellenweise in die höchste Klasse eingestuft wurden. Ellergrub, Zeppwingert und Batterieberg liegen im sogenannten Starkenburger Hang zwischen Trarbach und Enkirch, in einer besonders quarzitreichen Schieferformation. Die Ellergrub ist die steilste und größte Enkircher Lage des Weinguts; ihr feinerodierter, dunkler „blauer“ Schiefer bringt die wohl feinsten und elegantesten Rieslinge des Hauses hervor. Im Zeppwingert wachsen auf dunkelgrauem Schiefer die ältesten Reben des Weinguts, die Quelle der Reserve-Weine. Der vom Zeppwingert umrandete Batterieberg ist geprägt von Felsvorsprüngen, alten Weinbergsmauern und grauem Schiefer mit ungewöhnlich hohem Quarzitanteil, seine Rieslinge sind kraftvoll, fest und vielschichtig und über Jahrzehnte haltbar. Der Steffensberg dagegen ist eine reine Südlage direkt hinter dem Enkircher Ortskern, mit eisenhaltigen, tiefgründigen, kupferroten Böden. Dazu kommt der Trabener Zollturm, nur wenige hundert Meter von der Ellergrub entfernt, aber schon auf Traben-Trarbacher Gemarkung, benannt nach der alten Zollfestung, die als Landmarke im Weinberg steht. Zusammengehalten werden die Hänge von kilometerlangen Trockenmauern aus Schiefer- und Quarzitbruchsteinen, die über Generationen von Hand und ohne Transporthilfen angelegt wurden.

Historisches Etikett aus dem Jugendstil
Historisches Etikett aus dem Jugendstil
Drohnenflug über die Moselsteillagen von Immich-Batterieberg

Die Rebanlagen von Immich-Batterieberg sind alt und teilweise wurzelecht. Angebaut wird vornehmlich Riesling sowie ein kleiner Teil Spätburgunder und Elbling. Im Weinberg arbeitet Gernot Kollmann zusammen mit Philipp Clementi aus Senheim nachhaltig und ökologisch. Die Erträge sind niedrig und in den Steillagen kann nur händisch gearbeitet werden. Im Keller wird so wenig eingegriffen wie möglich. Ausgebaut wird sowohl im Holzfass als auch im Edelstahltank, weitgehend ungesteuert. Es werden weder Reinzuchthefen noch Enzyme, Eiweißstabilisatoren, Klärhilfen oder sonstige Tricks aus dem Chemiebaukasten verwendet. Es wird weder Zucker angereichert noch entsäuert. Lange Gär- und Hefestandzeiten sind bei Immich-Batterieberg die Regel und führen zu besonders langlebigen und finessreichen Weinen.

Gernot Kollmann – der Kopf hinter den Weinen

Gernot Kollmann stammt aus Wetter in Westfalen und machte Anfang der 1990er Jahre mit der Winzerlehre beim Weingut Dr. Loosen in Bernkastel sein Hobby zum Beruf. Nach dem Studium der Weinbetriebswirtschaft in Heilbronn folgten Stationen im Fürstlich Castell’schen Domänenamt, bei den Bischöflichen Weingütern in Trier und bei Van Volxem an der Saar. Seit 2004 berät er als freier Berater Weinbaubetriebe im In- und Ausland, seit dem Jahrgang 2009 verantwortet er die Leitung und den Weinausbau bei Immich-Batterieberg. Sein Stil: kraftvolle, manchmal etwas wilde, ungestylte und eher trockene Rieslinge, die in der Regel nicht für den schnellen Konsum gemacht sind.

Gernot Kollmann am historischen Weingut
Gernot Kollmann am historischen Weingut
Steillage Ellergrub mit Einzelpfahlerziehung hoch über der Mosel
Steillage Ellergrub mit Einzelpfahlerziehung hoch über der Mosel

Mit dem Neuanfang 2009 hat sich das Weingut noch deutlicher auf trockene Rieslinge ausgerichtet, die hier schon immer gepflegt wurden, auch als in der ganzen Region alles auf süß stand. Süßweine entstehen nur noch sporadisch, je nach Jahrgang, zuletzt 2018. Konzentriert wird ebenfalls nicht. Damit stellt sich das Weingut bewusst in die Tradition der Naturweine, die bis zur Weinrechtsreform von 1971 als „naturrein“ bezeichnet werden durften. Wie sehr jeder Jahrgang seine eigene Geschichte erzählen darf, zeigt das Etikett: Der Jahrgang wird jedes Jahr in einer anderen Farbe dargestellt, die den Ausdruck des Jahres treffen soll. Dass Enkircher Riesling enorm reifen kann, belegt die Schatzkammer des Weinguts mit Weinen bis zurück zum Jahrgang 1921. Rund 60 % der Weine gehen in den Export, und auch die Kritik ist begeistert: Für den Jahrgang 2024 vergab Stuart Pigott für James Suckling 98 Punkte an den Zeppwingert und 97 Punkte an den Batterieberg, der VINUM Weinguide 2025 vergibt erneut vier Sterne.

Bilder:
© Flaschenbilder: Weinkombinat Hugel - Jens Hugel
© Bilder vom Weingut: Immich-Batterieberg, Annette Sander & Weinkombinat Hugel - Jens Hugel