Thomas Niedermayr

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Herkunftsland
Italien
Region
Südtirol
Anbaumethode
Landwirtschaft im Einklang mit der Natur | Bioland-Weinbau-Pionier in Italien
Kellerarbeit
spontane Gärung | Ausbau im Holzfass & Edelstahltank | lange Reifezeiten in Fass und Flasche
Rebfläche
5 Hektar
Besonderheiten
Piwi-Rebsorten in besten Lagen | kühles Mikroklima der Eppaner Eislöcher

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Den Südtiroler Winzer Thomas Niedermayr lernte ich über einen gemeinsamen Freund, den Winzer Martin Gojer kennen. Martin mit seinem Weingut Pranzegg und Thoms mit dem Hof Gandberg beide zu der freistil.bio-Crew, welche durch Christian Kerschbaumer (Weingut Garlider) und Urban Plattner (Weingut In der Eben) komplettiert wird. Ihnen allen gemein ist der Antrieb Südtiroler Wein zu einem handwerklichen, nachhaltigen und "lebendigen Lebensmittel" zu machen.

Der Verzicht auf synthetischen Pflanzenschutz ist da nur der Anfang, denn es finden auch Praktiken aus der Biodynamie bei den sich austauschenden Winzern in einem kollegialen Umfeld statt.

Thomas Niedermayr sticht hier mit seiner Produktpalette deutlich hervor, denn der Rebsortenspiegel wird von sogenannten Piwi-Rebsorten dominiert. Dies sind pilzresistende Neuzüchtungen, welche es Thomas möglich machen weitestgehend auf Pflanzenschutz zu verzichten. Dies hat mitnichten etwas mit Bequemlichkeit zu tun, denn die Arbeit, welche durch Pflanzenschutzmaßnahmen eingespart wird, wird durch physische Arbeit im Weinberg um ein Vielfaches erbracht. Doch wieso tut es Thomas dennoch? Ganz einfach: Er hat eine große Leidenschaft dafür, die Natur dabei zu beobachten, wie sie sich selbst ins Gleichgewicht bringen kann. Ein weiterer Punkt, der nicht unerwähnt bleiben soll, ist, dass er nahezu gänzlich auf den Einsatz von Kupfer im Weinberg verzichten kann. Das Metall wird ja sonst von Gegnern des Bio-Weinbaus angebracht und wird damit von Thomas Niedermayr und seiner Familie komplett entkräftet.

Piwi-Rebsorten haben noch kein gutes Standing. Doch wieso ist das so? Es ist recht einfach zu beantworten: Die Winzer, welche sich an den Piwi-Rebsorten bisher versucht haben, nutzen diese meist nur wegen der Reduzierung der Arbeitsstunden-Zahl je Hektar. Und gibt es Winzer, die sich wirklich für das Thema interessieren, geht die Leidenschaft dafür nicht so weit, als dass sie sich trauen würden, Bronner, Solaris und Souvignier Gris in ihren Top-Lagen anzupflanzen. Dass aus dieser stiefmütterlichen Behandlung keine bemerkenswerten Weine herauskommen können, sollte klar sein. Thomas Niedermayr tritt bei der Leidenschaft für Weinbau und eine Maximierung der Biodiversität in die Fußstapfen seines Vaters Rudolf Niedermayr. Dieser ist nicht nur Gründervater von Bioland Südtirol, sondern seit 2005 auch fasziniert vom Potenzial der Piwi-Rebsorten, welche er mit extremer Akripie sogar in kleinen Versuchsanlagen selbst züchtet.

Das Terroir um den Gandberg, ist von einem Kleinklima geprägt, welches durch die Eppaner Eislöcher hervorgerufen wird. Eigentlich wären die Lagen, trotz einer Höhe von um die 500m über Meereshöhe recht warm, doch das geologische Phänomen der Eislöcher sorgt dafür, dass auch im Sommer und Herbst kalte Winde die Reifeperiode strecken und die Aromenbildung begünstigen. Der Boden in den verschiedenen Parzellen ist im Gandberg geprägt von Dolomit und Lehm. Der Dolomit ist ein Karbonatgestein, welches ähnliche Eigenschaften besitzt wie Kalkstein, aber deutlich härter und spröder ist. Die skelettreichen Böden rund um den Hof Gandberg sind ideal für den Weinbau geeignet.

Im Keller arbeitet Thomas Niedermayr natürlich mit Spontangärung und experimentiert mit verschiedenen Maischestandzeiten - und Gärungen sowie mit der Wahl des Gebindes. Eine Besonderheit ist noch die lange Reife, welche er auf der Vollhefe und Feinhefe im Fass, aber auch auf der Flasche den Weinen gönnt, bevor er sie dann trinkfertig für den Markt freigibt. In Summe beweist Thomas, wie Weinbau mit Blick auf Nachhaltigkeit und Qualität auch mit anspruchsvolleren Umständen in der Zukunft möglich sein kann. Bitte mehr davon!

Bilder:

©
Thomas Niedermayr - Hof Gandberg
Weinkombinat Hugel - Jens Hugel